Haftung von Elastomeren an anderen Materialien wie Glas, Metall oder Kunststoff. Entscheidend bei Co-Extrusion (z. B. TPE/PP) und beim Umspritzen von Profilen. Haftvermittler oder Plasmavorbehandlungen verbessern die Bindung.
Haftung von Elastomeren an anderen Materialien wie Glas, Metall oder Kunststoff. Entscheidend bei Co-Extrusion (z. B. TPE/PP) und beim Umspritzen von Profilen. Haftvermittler oder Plasmavorbehandlungen verbessern die Bindung.
Tests zur Simulation der Langzeitbelastung (Heissluft, Ozon, UV, Medienlagerung). Dient der Prognose der Lebensdauer von Dichtungen.
Zusatzstoffe, die Elastomere vor Ozon, UV-Strahlung und thermischer Degradation schützen. Besonders relevant bei Materialien wie EPDM, CR und Silikon, die im Aussenbereich eingesetzt werden.
Chemischer Prozess (z.B. Vulkanisation) zur Herstellung elastischer Eigenschaften. Bei TPE erfolgt die Elastizität physikalisch, ohne chemische Vernetzung.
Widerstand gegen dauerhafte Biegebeanspruchung. Silikon, EPDM und TPE bieten hier gute Werte – bei Dichtungen oder flexiblen Verbindungen wichtig.
Kombination unterschiedlicher Polymere. Häufige Blends: PVC/NBR oder TPE/PP – zur gezielten Beeinflussung von Elastizität, Temperaturbeständigkeit und Verarbeitbarkeit.
Das Brandverhalten von Elastomeren wird nach internationalen Normen bewertet, um die Entflammbarkeit, Rauchentwicklung und Toxizität zu bestimmen.
Wichtige Normen:
EN 45545 (Bahntechnik, Europa): Bewertet Brandverhalten von Materialien im Schienenfahrzeugbau (Hazard Level HL1–HL3). Prüfkriterien: Entflammbarkeit, Rauchdichte, Rauchtoxizität.
DIN 4102 (Deutschland): Baustoffklassen B1 (schwer entflammbar), B2 (normal entflammbar), B3 (leicht entflammbar).
EN 13501-1 (Europa, Bauwesen): Klassifizierung von Bauprodukten (A1–F) unter Berücksichtigung von Brandverhalten, Rauchentwicklung (s1–s3) und brennenden Tropfen (d0–d2).
UL 94 (USA, Kunststoffe): Klassifizierung von Brennverhalten im Kleinflammtest (HB, V-2, V-1, V-0, 5VA/5VB).
FMVSS 302 (Automobilindustrie, USA): Brenngeschwindigkeit horizontal liegender Proben.
Werkstoffverhalten:
Silikon: von Natur aus schwer entflammbar, oft V-0 nach UL 94, erfüllt häufig EN 45545-Anforderungen in HL1–HL3.
TPE: je nach Typ leicht bis normal entflammbar. Flammschutzmittel (halogenfrei, phosphorbasiert) nötig, um Klassifizierung nach EN 13501-1 (z. B. B-s2,d0) oder EN 45545 zu erreichen.
EPDM: mit Flammschutzmitteln gut einstellbar, häufig in Bau- und Bahnanwendungen eingesetzt.
FKM / FFKM: sehr gute Selbstverlöschung, aber kostenintensiv.
Relevanz:
Im Bauwesen (Türen, Fenster, Fassaden) wird oft EN 13501-1 angewendet.
In der Bahntechnik ist die EN 45545 verpflichtend (Materialien müssen nach R-Kategorien geprüft werden, z. B. R22/R23 für Dichtungen).
In der Automobilindustrie gilt FMVSS 302.
Bewertung des Werkstoffverhaltens nach Medienkontakt (Öle, Treibstoffe, Wasser/Dampf, Säuren/Laugen, Reinigungs-/Desinfektionsmittel).
Grundlegende Prüfstandards
ISO 1817:2024 – Wirkung von Flüssigkeiten auf vulkanisierte/thermoplastische Kautschuke (Masse-/Volumen-/Härte-/Festigkeitsänderung nach Lagerung in definierten Medien).
ASTM D471 – US-Äquivalent für Flüssigkeitseinwirkung (oft mit ISO 1817 korreliert; Spezifikationsabgleich beachten).
Werkstoffspezifische Ergänzungen: Medienbeständigkeit stets temperatur- und zeitabhängig angeben (z. B. 70 h/23 °C, 168 h/100 °C) und Vorspannung bzw. Quellung mitberichten.
Material-Leitbild (typisch, orientierend)
EPDM: sehr gut gegen Heisswasser/Dampf, Laugen; schwach gegen Mineralöle/Kraftstoffe.
NBR/HNBR: sehr gut gegen Öle/Kraftstoffe; HNBR hitzestabiler.
FKM/FFKM: sehr gute Medienfestigkeit inkl. Treibstoffe/Aromaten.
Silikon: gut gegen Wasser/Alkohole/Reinigungsmittel; empfindlicher gegen Mineralöle/Kohlenwasserstoffe.
TPE: stark typabhängig (TPE-S, -V, -E, -U etc.); stets medien- und temperaturbezogen prüfen.
Erweiterte Prüfungen
Abrasion: ISO 4649:2024 (Volumenverlust Trommel-Abrasion, Methoden A/B).
Gas-/Dampfdurchlässigkeit: ISO 2782-1:2022 (Differenzdruck-Methoden), ISO 2782-2:2018 (Gastransfer).
Ozonrissbeständigkeit: ISO 1431-1:2024 (visuelle/Bildanalyse, Normklima, definierte Ozonkonzentration).
Mischung aus Rohkautschuk, Füllstoffen, Vulkanisationschemikalien und Additiven. Für jedes Material – z. B. NBR, HNBR, FKM – gibt es spezifische Compounds je nach Anforderung.
Mass für bleibende Verformung nach Druckbelastung. Besonders wichtig bei Dichtungen aus Moosgum-mi, FKM oder Silikon, die dauerhaft abdichten sollen.
CR (Chloropren-Kautschuk), auch unter dem Handelsnamen Neopren® bekannt, ist ein vielseitiger Synthesekautschuk mit guter Witterungs-, Ozon- und Ölbeständigkeit sowie ausgezeichneten mechanischen Eigenschaften.
Nicht geeignet für aromatische Lösungsmittel und starke Oxidationsmittel.
Durchlässigkeit von Elastomeren für Gase oder Wasserdampf. Silikon relativ durchlässig, FKM/PTFE sehr dicht.
Materialtypische Werte:
PTFE: sehr hoch (~2.2g/cm³)
Moosgummi: sehr niedrig (geschäumt)
TPE, NBR, EPDM: ca. 1.1–1.3g/cm³
Bleibende Verformung nach Kompression bei tiefen Temperaturen. EPDM und Silikon gut, TPE kann verhärten.
Elastomere wie CR, HNBR oder TPE zeigen gute Beständigkeit gegen Schwingungen und Stösse – ideal für Lager oder Schwingungselemente.
Grundcharakteristik aller genannten Werkstoffe. Besonders hoch bei Naturkautschuk, EPDM und Silikon.
EPDM (Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk) ist ein vielseitiger Synthesekautschuk mit hervorragender Beständigkeit gegenüber Witterungseinflüssen, Ozon, UV-Strahlung, Wasser und Wasserdampf. Aufgrund seiner ausgezeichneten Alterungsbeständigkeit zählt EPDM zu den am häufigsten verwendeten Elastomerwerkstoffen für Anwendungen im Innen- und Aussenbereich.
Nicht geeignet für Mineralöle, Kraftstoffe und viele Schmierstoffe.
Elastomere können eingefärbt werden. Silikon → transluzent oder farbig. TPE → grosse Farbvielfalt. Wichtig für Fassaden und Sanitär.
FFKM (Perfluorkautschuk) ist der leistungsfähigste Elastomerwerkstoff für anspruchsvollste Dichtungsanwendungen. Das Material vereint die nahezu universelle Chemikalienbeständigkeit von PTFE mit der Elastizität eines Elastomers und wird überall dort eingesetzt, wo selbst FKM nicht mehr ausreichend beständig ist.
FFKM gehört zu den teuersten Elastomerwerkstoffen und wird hauptsächlich in besonders kritischen Anwendungen verwendet.
FFKM kommt überall dort zum Einsatz, wo höchste Anforderungen an Dichtungen gestellt werden:
Typische Produkte:
Der grösste Nachteil von FFKM sind die hohen Materialkosten. Deshalb wird FFKM in der Regel nur eingesetzt, wenn andere Elastomerwerkstoffe wie FKM, EPDM oder HNBR die geforderte Beständigkeit nicht erreichen. Unter bestimmten Bedingungen ist auch FFKM nicht für den Einsatz in elementarem Fluor oder einigen fluorhaltigen Medien geeignet.
FKM (Fluorkautschuk) ist ein hochwertiger Synthesekautschuk mit ausgezeichneter Beständigkeit gegenüber hohen Temperaturen, Ölen, Kraftstoffen und zahlreichen Chemikalien. Die Materialbezeichnung FKM entspricht der internationalen Norm ISO 1629. Der bekannteste Handelsname ist Viton®.
Dank seiner hervorragenden Medienbeständigkeit wird FKM überall dort eingesetzt, wo Standardelastomere wie NBR oder EPDM an ihre Grenzen stossen.
FKM wird insbesondere verwendet für:
Typische Branchen:
FKM ist weniger geeignet für:
Für diese Anwendungen eignen sich häufig EPDM oder FFKM besser.
Verfahren für die Herstellung z. B. von Dichtungen aus Moosgummi, EPDM, FKM, Silikon oder TPE.
Beispiel: Russ erhöht die Festigkeit (bei NBR, CR), Kreide senkt die Kosten (z. B. in günstigen PVC-Compounds).
Oberbegriff für elastische Werkstoffe. NBR, EPDM, FKM, Silikon usw. zählen alle dazu – abhängig von Herkunft, Vernetzungsart und Einsatzgebiet.
Elastomere wie NBR, HNBR oder CR werden mit Metallteilen kombiniert – etwa bei Lagerbuchsen oder Mo-torlagern.
Verbinden Elastomere wie NBR, FKM oder EPDM mit Metallen oder Kunststoffen in Mehrkomponentenbau-teilen.
Härte (Shore A)
Gängige Härtegrade:
TPE: 30–90 Shore A
Moosgummi: sehr weich (~10–30 Shore 00)
PTFE: hart (Shore D)
FKM, HNBR, CR: mittlere bis hohe Härten (60–90 Shore A)
HNBR (Hydrierter Nitrilkautschuk) ist die weiterentwickelte Version von NBR. Durch die Hydrierung verbessert sich die Beständigkeit gegenüber Hitze, Ozon und Alterung deutlich, während die hervorragende Ölbeständigkeit erhalten bleibt.
Höherer Preis als NBR und nicht für stark polare Medien geeignet.
Effizientes Verfahren für präzise Formteile aus TPE, FKM, Silikon, CR, etc. Schnell, wiederholbar, automatisiert.
Grundbaustein von Naturkautschuk. Ähnliche Struktur bei Synthetischem IR, selten bei technischen Dichtungen.
Schlagzähigkeitstest – selten bei Gummi, aber z. B. bei TPE oder PVC zur Prüfung von schlagbeanspruch-ten Teilen relevant.
Oberbegriff für elastische Polymere. Dazu gehören NBR, EPDM, Silikon, CR, FKM, HNBR u. a.
Angewendet bei Moosgummi, EPDM und PVC, z. B. zur Montage von Dichtprofilen oder Isoliermaterialien.
EPDM, FKM und PTFE haben hohe Lagerstabilität, während Naturkautschuk und weiche TPEs empfindli-cher sind.
Top-Materialien: FKM, FFKM, PTFE.
Nicht beständig: EPDM, TPE, Moosgummi (bei offenen Zellstrukturen).
LSR (Liquid Silicone Rubber) ist ein hochwertiger, flüssiger Silikonkautschuk, der im Spritzgussverfahren verarbeitet wird. Das Material besteht aus zwei flüssigen Komponenten, die während des Verarbeitungsprozesses miteinander vermischt und unter Wärmeeinwirkung vernetzt werden. Durch dieses Verfahren lassen sich hochpräzise Formteile mit gleichbleibend hoher Qualität und engen Fertigungstoleranzen herstellen.
LSR zeichnet sich durch seine hervorragende Temperaturbeständigkeit, hohe Flexibilität sowie ausgezeichnete Beständigkeit gegenüber Witterung, Ozon und UV-Strahlung aus. Aufgrund seiner hohen Reinheit und physiologischen Unbedenklichkeit eignet sich das Material besonders für anspruchsvolle Anwendungen in der Medizin-, Lebensmittel-, Automobil- und Elektroindustrie.
LSR wird häufig verwendet für:
Typische Branchen:
LSR besitzt nur eine begrenzte Beständigkeit gegenüber Mineralölen, Kraftstoffen, konzentrierten Säuren und einigen organischen Lösungsmitteln. Für Anwendungen mit dauerhaftem Kontakt zu Ölen oder aggressiven Chemikalien eignen sich Werkstoffe wie FKM oder FFKM häufig besser. Zudem ist LSR ausschliesslich für die Herstellung von Formteilen geeignet und kann nicht als Extrusionsmaterial für Profile eingesetzt werden.
Gummi-Compounds (z.B. EPDM, NBR) werden im Innenmischer verarbeitet. TPEs und PVC werden thermoplastisch extrudiert.
PTFE: sehr steif, hoher Modul
Silikon, Moosgummi: niedrig – sehr elastisch
FKM, HNBR: ausgewogene Werte für technische Anwendungen
Moosgummi CR ist ein Elastomerschaum auf Basis von Chloropren-Kautschuk (CR), der auch unter dem Handelsnamen Neopren® bekannt ist. Das Material überzeugt durch seine ausgewogene Kombination aus mechanischer Festigkeit sowie guter Beständigkeit gegenüber Witterung, Ozon, Alterung und zahlreichen Ölen.
Je nach Anwendung ist Moosgummi CR in offenzelliger oder geschlossenzelliger Ausführung erhältlich. Für technische Dichtungsanwendungen werden überwiegend geschlossenzellige Qualitäten eingesetzt, da sie eine geringe Wasseraufnahme sowie hervorragende Dichtungseigenschaften bieten.
Aufgrund seiner Vielseitigkeit wird Moosgummi CR in zahlreichen industriellen Anwendungen eingesetzt, bei denen Zuverlässigkeit, Langlebigkeit und gute mechanische Eigenschaften gefragt sind.
Moosgummi CR wird häufig verwendet für:
Typische Branchen:
Moosgummi CR besitzt nur eine begrenzte Beständigkeit gegenüber aromatischen und chlorierten Lösungsmitteln sowie starken Oxidationsmitteln. Für Anwendungen mit dauerhaftem Kontakt zu Kraftstoffen oder hochaggressiven Chemikalien eignen sich Werkstoffe wie NBR, FKM oder FFKM häufig besser.
Moosgummi EPDM ist ein Elastomerschaum auf Basis von Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk (EPDM). Das Material zeichnet sich durch seine hervorragende Beständigkeit gegenüber Witterungseinflüssen, Ozon, UV-Strahlung sowie Wasser aus und eignet sich daher besonders für Anwendungen im Innen- und Aussenbereich.
Je nach Anwendung ist Moosgummi EPDM in offenzelliger oder geschlossenzelliger Ausführung erhältlich. Für technische Dichtungsanwendungen werden überwiegend geschlossenzellige Qualitäten eingesetzt, da sie Feuchtigkeit zuverlässig abweisen und ausgezeichnete Dichtungseigenschaften bieten.
Dank seiner hohen Alterungsbeständigkeit, guten Flexibilität und langen Lebensdauer zählt Moosgummi EPDM zu den am häufigsten eingesetzten Schaumelastomeren für Bau-, Industrie- und Fahrzeuganwendungen.
Moosgummi EPDM wird häufig verwendet für:
Typische Branchen:
Moosgummi EPDM ist nicht für Anwendungen mit Mineralölen, Kraftstoffen, Fetten oder vielen Kohlenwasserstoffen geeignet. Für öl- oder kraftstoffbeständige Anwendungen sind Werkstoffe wie NBR oder HNBR die bessere Wahl.
Moosgummi NBR ist ein Elastomerschaum auf Basis von Acrylnitril-Butadien-Kautschuk (NBR). Das Material zeichnet sich durch seine hervorragende Beständigkeit gegenüber Mineralölen, Kraftstoffen, Schmierstoffen und Fetten aus und wird bevorzugt in Anwendungen eingesetzt, bei denen ölbeständige Dichtungen gefordert sind.
Je nach Anwendung ist Moosgummi NBR in offenzelliger oder geschlossenzelliger Ausführung erhältlich. Für technische Dichtungsanwendungen werden überwiegend geschlossenzellige Qualitäten eingesetzt, da sie eine geringe Flüssigkeitsaufnahme sowie ausgezeichnete Dichtungseigenschaften bieten.
Dank seiner guten mechanischen Eigenschaften, seiner hohen Abriebfestigkeit und seiner ausgezeichneten Ölbeständigkeit ist Moosgummi NBR ein bewährter Werkstoff für zahlreiche industrielle Anwendungen.
Moosgummi NBR wird häufig verwendet für:
Typische Branchen:
Moosgummi NBR besitzt nur eine begrenzte Beständigkeit gegenüber Ozon, UV-Strahlung, Witterungseinflüssen sowie heissem Wasser und Wasserdampf. Für Anwendungen im Aussenbereich oder mit dauerhaftem Kontakt zu Witterungseinflüssen sind Werkstoffe wie EPDM oder CR häufig besser geeignet.
Moosgummi TPE ist ein Elastomerschaum auf Basis thermoplastischer Elastomere (TPE). Das Material kombiniert die Elastizität von Gummi mit den Verarbeitungsvorteilen von Thermoplasten und eignet sich hervorragend für Dichtungs-, Dämpfungs- und Isolieranwendungen.
Je nach Anwendung ist Moosgummi TPE in offenzelliger oder geschlossenzelliger Ausführung erhältlich. Für technische Dichtungsanwendungen werden überwiegend geschlossenzellige Qualitäten eingesetzt, da sie eine geringe Wasseraufnahme sowie ausgezeichnete Dichtungseigenschaften bieten.
Dank seines geringen Gewichts, seiner guten Flexibilität und der wirtschaftlichen Verarbeitung durch Extrusion oder Spritzguss wird Moosgummi TPE in zahlreichen industriellen Anwendungen eingesetzt.
Moosgummi TPE wird häufig verwendet für:
Typische Branchen:
Moosgummi TPE besitzt nur eine begrenzte Beständigkeit gegenüber Mineralölen, Kraftstoffen und einigen organischen Lösungsmitteln. Für Anwendungen mit hohen chemischen oder thermischen Anforderungen sind Werkstoffe wie FKM, FFKM oder PTFE häufig besser geeignet.
Moosgummi VMQ ist ein Elastomerschaum auf Basis von Silikonkautschuk (VMQ). Das Material zeichnet sich durch einen besonders grossen Temperatureinsatzbereich sowie eine hervorragende Beständigkeit gegenüber Witterung, Ozon, UV-Strahlung und Alterung aus. Darüber hinaus bietet Silikonschaum eine hohe Flexibilität und eignet sich für anspruchsvolle Anwendungen in der Lebensmittel-, Medizin-, Elektro- und Elektronikindustrie.
Je nach Anwendung ist Moosgummi VMQ in offenzelliger oder geschlossenzelliger Ausführung erhältlich. Für technische Dichtungsanwendungen werden überwiegend geschlossenzellige Qualitäten eingesetzt, da sie eine geringe Wasseraufnahme sowie hervorragende Dichtungseigenschaften bieten.
Dank seiner hohen Temperaturbeständigkeit, seiner physiologischen Unbedenklichkeit (je nach Qualität) und seiner ausgezeichneten Langzeitbeständigkeit zählt Moosgummi VMQ zu den vielseitigsten Schaumelastomeren für anspruchsvolle Einsatzbereiche.
Moosgummi VMQ wird häufig verwendet für:
Typische Branchen:
Moosgummi VMQ besitzt nur eine begrenzte Beständigkeit gegenüber Mineralölen, Kraftstoffen, konzentrierten Säuren und einigen Lösungsmitteln. Für Anwendungen mit dauerhaftem Kontakt zu Ölen oder Kraftstoffen eignen sich Werkstoffe wie NBR, HNBR oder FKM häufig besser.
NBR (Acrylnitril-Butadien-Kautschuk) ist einer der am häufigsten eingesetzten Elastomerwerkstoffe für Dichtungen mit Kontakt zu Ölen, Fetten und Kraftstoffen. Das Material überzeugt durch seine gute Abriebfestigkeit und seine wirtschaftliche Einsetzbarkeit.
Nicht geeignet für Ozon, UV-Strahlung, Witterungseinflüsse und heisses Wasser.
Aktuelle Kernstandards für Elastomere (Auswahl; „EN ISO“ = EU-Übernahme des ISO-Texts):
Mechanik
Zug: ISO 37:2024 (Zugfestigkeit, Dehnung, Spannungs-Dehnungs-Kennwerte).
Reissfestigkeit: ISO 34-1:2022 (Trouser/Winkel/Crescent-Proben).
Rückprallelastizität: ISO 4662:2017 (Pendulum/Tripsometer).
Härte: ISO 48-2:2018 (IRHD-Härte), Shore: heute als Teil der ISO 48-4 geregelt (ersetzt ISO 7619-1).
Dichte: ISO 2781:2018 (2 Methoden; Qualität/Massenkalkulation).
Compression Set: ISO 815-1:2019 (Raum-/erhöhte T°, Methoden A–C).
Brandverhalten (Bau/Bahn/Auto)
EN 13501-1 (Bauprodukte: Euroklassen A1–F, Rauch s1–s3, Tropfen d0–d2).
DIN 4102 (nationale Klassik: B1/B2/B3, historisch verbreitet; heute vielfach durch EN 13501-1 ergänzt).
EN 45545-2 (Bahn, Material-Anforderungen nach HL1–HL3 und R-Kategorien, z. B. R22/R23 für Dichtungen/Schläuche).
UL 94, FMVSS 302 (Kunststoffe/Automotive; ergänzende Märkte).
NR (Naturkautschuk) wird aus dem Milchsaft des Kautschukbaums (Hevea brasiliensis) gewonnen. Er zeichnet sich durch seine hervorragende Elastizität, hohe Reissfestigkeit und ausgezeichnete dynamische Eigenschaften aus.
Nicht geeignet für Öle, Kraftstoffe, Ozon und UV-Strahlung.
Problem bei längerem Aushärten – besonders bei NBR, HNBR, EPDM kritisch, bei TPE irrelevant (keine Vulkanisation nötig).
Top-Materialien: EPDM, FKM, Silikon, CR.
NBR und Moosgummi ohne Schutzmittel anfällig.
Alternative zur Schwefelvernetzung, z. B. bei Silikon, EPDM, FKM – ergibt bessere Hitzebeständigkeit und Reinheit.
PTFE (Polytetrafluorethylen) ist ein Hochleistungskunststoff mit aussergewöhnlicher Chemikalienbeständigkeit und einem sehr breiten Temperatureinsatzbereich. Das Material ist unter dem bekannten Handelsnamen Teflon® bekannt und zeichnet sich durch einen extrem niedrigen Reibungskoeffizienten sowie hervorragende Antihafteigenschaften aus.
Im Gegensatz zu Elastomeren ist PTFE nicht elastisch. Es wird deshalb häufig für Dichtungen, Gleitelemente und Bauteile eingesetzt, die höchsten chemischen, thermischen oder mechanischen Anforderungen standhalten müssen.
PTFE wird häufig verwendet für:
Typische Branchen:
PTFE besitzt nur eine geringe Elastizität und ist daher für dynamische Dichtungen mit grossen Verformungen nur bedingt geeignet. Zudem kann das Material unter hoher Dauerbelastung kriechen (Kaltfluss).
Bezieht sich auf Rohmaterial, Mischgut, Vulkanisation und Endprodukt – je nach Material (z. B. FKM für Luftfahrt vs. Moosgummi für einfache Dichtungen) unterschiedlich streng.
NBR quillt in Benzin, EPDM in Öl. FKM, FFKM und PTFE zeigen hier höchste Beständigkeit.
Oberflächen beeinflussen Dichtwirkung und Gleitverhalten. Strukturierte Oberflächen reduzieren Quietschgeräusche.
Silikon, TPE und Naturkautschuk haben hohe Rückstelleigenschaften. PTFE kaum elastisch, eher plastisch.
Unvernetzter Ausgangsstoff. TPEs sind thermoplastisch und kommen ohne Vulkanisation aus – daher kein klassischer Rohkautschuk.
Mehrfachlippenprofile aus TPE oder Silikon verbessern Akustik und Energieeffizienz bei Türen und Fenstern.
Beispielwerte:
TPE: sehr flexibel einstellbar
PTFE: ~60 Shore D
FKM: 70–90 Shore A
Moosgummi: extrem weich, meist Shore 00
Hochleistungs-Elastomer mit aussergewöhnlichem Temperatur- und Alterungsverhalten.
Arten:
HTV (Festkautschuk, Hochtemperatur-Vulkanisation) → geeignet für Extrusion (Profile, Schläuche) und Spritzguss (Formteile).
LSR (Liquid Silicone Rubber) → flüssig, für präzise Spritzgussteile, auch in 2K-Technik.
RTV (Raumtemperatur-vulkanisierend) → einkomponentig oder zweikomponentig, härtet bei Raumtemperatur aus, z. B. für Fugen und Verklebungen.
Eigenschaften:
Temperaturbereich: −50 bis +250 °C (Spezialtypen bis +300 °C).
Sehr gute Witterungs-, Ozon- und UV-Beständigkeit.
Elastisch auch bei sehr tiefen Temperaturen (bis −60 °C).
Elektrisch isolierend, aber auch halbleitend einstellbar.
Geruchs- und geschmacksneutral, häufig für Trinkwasser- und Lebensmittelbereiche zugelassen.
Mechanische Kennwerte:
Dichte: 1.05–1.35 g/cm³
Härte: 5–90 Shore A
Zugfestigkeit: 5–11 N/mm²
Bruchdehnung: 100–900 %
Weiterreisswiderstand: 5–50 N/mm
Compression Set (175 °C, 22h): 20–25 %
Verarbeitung:
Extrusion: kontinuierliche Profile für Türen, Fenster, Fassaden, Schläuche.
Spritzguss: Formteile aus HTV oder LSR, z. B. Dichtungen, Manschetten, Membranen.
RTV: Abdichtungen und Verklebungen direkt bei der Montage (Fenster, Glas, Fugen).
Typische Anwendungen:
Fenster- und Türdichtungen mit hoher Witterungsbeständigkeit.
Fassadenprofile im Aussenbereich.
Sanitärdichtungen und Formteile.
Anwendungen in Fahrzeugbau oder mobilen Bereichen.
Verfahren für TPE, Silikon, PVC, FKM. Ideal für Massenproduktion und filigrane Geometrien.
FKM, HNBR, NBR → gute Werte.
Silikon und Moosgummi sind empfindlicher gegen Einreissen.
Top-Materialien:
FFKM: bis 300°C
PTFE: bis 260°C
Silikon: bis 230°C
TPE, NBR: bis max. 100–120°C
Elastomere dehnen sich stärker aus als Glas/Metall. Profile müssen Bewegungen ausgleichen.
Werkstoffgruppe mit Eigenschaften zwischen Gummi und Thermoplast.
Eigenschaften:
Elastisch ohne chemische Vernetzung, mehrfach thermisch verarbeitbar.
Härte flexibel einstellbar (ca. 30–90 Shore A).
Temperaturbeständig bis ca. 100–120 °C.
Sehr gute Biegewechselfestigkeit und Rückstellkraft → wichtig für dauerelastische Dichtungen.
Im Gegensatz zu Silikon günstiger und recyclingfähig.
Verarbeitung:
Extrusion: Profile für Dichtungen an Türen, Fenstern, Fassaden, Schläuchen.
2K-Spritzguss: Hart-/Weich-Kombinationen (z. B. Dichtung auf Kunststoffrahmen).
Sehr gut umspritzbar für Kombinationen mit PP, PA, PC.
Typische Anwendungen:
Tür- und Fensterdichtungen mit Mehrfachlippen für Schlagregendichtheit.
Zargendichtungen mit hoher Rückstellkraft.
Dichtungen für mobile Anwendungen (z. B. Wohnwagen).
Fassadenprofile mit co-extrudierten Funktionszonen.
Besonderheit:
Kombination aus Flexibilität, Wirtschaftlichkeit und Wiederverwertbarkeit → ideal für Anwendungen mit hohen Stückzahlen im Bauwesen.
TPV (Thermoplastische Vulkanisate) gehören zur Gruppe der thermoplastischen Elastomere (TPE) und vereinen die Elastizität von vulkanisiertem Kautschuk mit den Verarbeitungsvorteilen eines Thermoplasts. Das Material besteht in der Regel aus fein vernetztem EPDM-Kautschuk, der in eine Polypropylen-Matrix (PP) eingebettet ist.
TPV zeichnet sich durch eine hohe Witterungs-, Ozon- und Alterungsbeständigkeit aus und lässt sich wirtschaftlich im Spritzguss oder durch Extrusion verarbeiten. Dadurch eignet sich TPV besonders für Anwendungen, bei denen Flexibilität, Langlebigkeit und eine effiziente Verarbeitung gefragt sind.
TPV wird häufig verwendet für:
Typische Branchen:
TPV ist nur bedingt beständig gegenüber Mineralölen, Kraftstoffen und einigen organischen Lösungsmitteln. Für Anwendungen mit hohen chemischen oder thermischen Anforderungen sind Werkstoffe wie FKM oder PTFE häufig besser geeignet.
TPE prädestiniert für 2K-Umspritzungen (z. B. Hart/Weich-Kombinationen). Auch mit Metall, PP oder PA kombinierbar.
Silikon, EPDM, FKM, PTFE → sehr gut
NBR, PVC, TPE-S → oft UV-stabilisiert nötig
Erfolgt chemisch bei EPDM, FKM, NBR, physikalisch bei TPE. Bestimmt die elastischen Eigenschaften massgeblich.
Weichmacherwanderung kann Lacke angreifen. Silikon ist meist verträglich, kann aber Überlackierungen erschweren.
Wichtigster Prozess in der Gummitechnik – entfällt bei Thermoplasten wie TPE oder PVC.
FFKM, FKM, Silikon → sehr widerstandsfähig
TPE, NBR → begrenzte Langzeitstabilität
EPDM/Silikon → sehr gering. TPE/Moosgummi → je nach Struktur höher. Wichtig für Langzeitverhalten im Aussenbereich.
EPDM, FKM, Silikon, PTFE → bestens geeignet.
NBR und Moosgummi im Aussenbereich nur begrenzt haltbar.
Bei Elastomerbeschichtungen in Drucktechnik können Spezialmaterialien wie Silikon oder TPE-U Anwendung finden.
Für Elastomere wie TPE, PVC mit hohem Kunststoffanteil von Bedeutung. Gummitypische Materialien zeigen keinen klaren Streckpunkt.
HNBR, FKM und TPE-V → hohe Festigkeiten für technische Bauteile.
Moosgummi → geringe Werte, da porös.
Wichtig für dynamische Anwendungen. EPDM, Silikon, TPE → sehr hohe Dehnfähigkeit ohne Bruch.